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Aktuelles

15.02.2018

Spatz

Der Haussperling, gemeinhin Spatz genannt, ist in München immer seltener zu sichten.
Foto: NABU/Fotonatur

Auch wenn’s überspitzt formuliert ist – einen zwitschernden Vogel kennt manch ein junger Mensch nur mehr als Logo eines Kurznachrichtendienstes. Angesichts des Ergebnisses der Anfang Januar vom Lan­desbund für Vogelschutz (LBV) durchgeführten alljährlich Zählung der Wintervögel – noch nie hatten sich dabei so viele Bürger beteiligt – ist die Übertreibung durchaus angebracht.

Denn: In keiner deutschen Großstadt leben so wenige Vögel wie in München, sie finden kaum noch Lebensraum. Auch im 13. Stadtbezirk ist man besorgt. Über die Parteigrenzen hinaus stimmten sich die Fraktionen von CSU und ÖDP nach Beratung durch Fachleute im Bezirksausschuss ab. Das Kommunal­parlament verabschiedete einhellig einen Antrag: „Schutz der Singvogelpopulation in Bogenhausen stärken.“

In der Initiative wird die Stadt aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der Singvogelpopulation in Bogenhausen zu ergreifen. Dies umfasst insbesondere folgende Punkte, die unter anderem von den zuständigen Referaten bzw. vom Landesbund für Vogelschutz gefordert werden:

  • Ökologische Aufwertung der vorhandenen Grünflächen in Bogenhausen. Das beinhaltet insbesondere eine naturnähere Gestaltung mit heimischen Pflanzenarten, die einen deutlich höheren Nutzwert für Insekten und Vögel haben als gebietsfremde Arten.
  • Flächensparende Planung von Bauvorhaben und zurückhaltende, nur sehr moderate Nachverdichtung bestehender Gartenstadtquartiere, um empfindliche Biotope zu schonen, Baumbestände zu erhalten und die weitere Bodenversiegelung zu minimieren. Bei der Grünplanung ist auf eine strukturreiche, regionaltypische Bepflanzung zu achten, Rückzugsorte für Tiere sind vorzusehen.
  • Umwandlung von Flächen in städtischen Grünanlagen mit artenarmem Vielschnitt-Rasen in artenrei­che Wildblumenwiesen, um ein ausreichendes Nahrungsangebot sicherzustellen.
  • Konsequente Einhaltung der Vogelschonzeit vom 1. März bis 30. September, die der Paragraph 39 BNatSchG vorsieht, durch das Baureferat der Landeshauptstadt.
  • Vergrämung des Rabenbestandes im Umfeld der betroffenen Wohngebiete am Isarhochufer mittels Greifvögel durch die Stadtjäger des Kreisverwaltungsreferats (KVR).

In der Antragsbegründung heißt es: „Die Millionenstadt München ist von einem deutlichen Rückgang besonders der Singvögel betroffen, gegen den man ansteuern sollte. Zwar sind die meisten unserer Siedlungsvögel (zum Beispiel Rotkehlchen, Amseln und Meisen), die unsere Gärten bevölkern, noch in einem recht gute Populationszustand. Dies soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass besondere Maßnahmen notwendig sind, um dem allgemeinen Rückgang der Singvogelpopulation entgegen zu wirken.“

Unter weiter: „Hauptproblem unserer Singvögel ist die starke Verdichtung und die intensive Pflege von Grünflächen und Gärten, die zu Lebensraumverlust und Nahrungsengpässen führe. Insbesondere der starke Rückgang der Insektenwelt ist als sehr problematisch zu erachten, da fast alle Vogelarten ihre Jungen mit Insektennahrung aufziehen. Doch selbst Körnerfresser haben teilweise im Stadtgebiet mit Nahrungsmangel zu kämpfen, da Gräser durch häufiges Mähen nicht mehr zur Samenreife gelangen und Unkräuter effizient beseitigt werden. Auch Räuber-Beute-Beziehungen und Konkurrenz um das knappe Nahrungsangebot haben auf die Populationsdichte der Kleinvögel einen Einfluss.“

Die Schlussfolgerung aus all dem: „Damit auch die kommenden Generationen in Bogenhausen die wich­tigsten Singvogelarten noch erleben können und um diese zu bewahren, fordert der Bezirksausschuss die Stadt daher auf, diesen negativen Faktoren entgegen zu wirken.“

Zum besseren Verständnis: Bei der LBV-Aktion „Stunde der Wintervögel“ wurden binnen 60 Minuten in Münchner Gärten lediglich 21 Vögel gezählt. Bayernweit betrug der durchschnittliche Wert 34 Vögel. Der Münchner Abwärtstrend hält mit Beginn der Zählaktion vor acht Jahren kontinuierlich an. Stets belegte die Metropole dabei den letzten Platz unter den deutschen Großstädten.

Bei 1.900 Meldungen wurden Anfang Januar in München 40.000 Vögel erfasst, in etwa so viel wie in Hamburg. Allerdings dort bei lediglich 1.300 Meldungen. Symptomatisch für die Münchner Entwicklung ist der dramatische Rückgang der Haussperlinge, also der Spatzen, auf rund 1.700. Die Kohlmeise wurde mit rund 8.300 am häufigsten gesichtet, die Amsel folgt mit rund 5.200 auf dem zweiten Platz. Positives Ergebnis: Der Bestand unter den Grünfinken hat sich erholt.

18.01.2018

Die Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, wird aufgefordert umgehend zu der Aussage des Referats für Bildung und Sport Stellung zu nehmen, dass im Rahmen des Prinz-Eugen-Parks die LH München nachträglich und kurzfristig im Sommer 2017 die quotale Zuordnung der verschiedenen Wohntypen (München-Modell u.a.) vorgenommen hat. Dabei stellen sich insbesondere folgende Fragen:

  1. Welche Neuverteilung der unterschiedlichen Modelle (EOF, München Modell, KMB, Miete/Eigentum) wurde vorgenommen
  2. Was war der Hintergrund für die Umverteilung?
  3. Wie wurde die Veränderung iRd Stellplatzberechnung und Verkehrsprognose berücksichtigt?
  4. Welche Auswirkungen, insbesondere bzgl. der Betreuungssituation aufgrund der erhöhten Anzahl der zuziehenden Kinder und den zu erwartenden geänderten Bewohnermix, ergeben sich für das Plangebiet?
  5. Weshalb wurde der Bezirksausschuss hierzu nicht gehört.